DSC04853Devendra und Ranjana sind schon fast seit Beginn des Bildungsprogrammes Schüler bei AIC. Sie sind die ältesten von vier Geschwistern: Ranjana ist 14, Devendra 18. Beide sind geistig auf dem Niveau eines Volksschulkindes.

Jahrelang versuchten Ranjana und Devendra im indischen Schulsystem ihr Glück, wurden aber nie versetzt, weil sie mit IQs von nur knapp über 40 einfach nicht mit ihren Klassenkameraden mithalten konnten. Nachdem 2009 der ‘Right to Education’ (RTE) – Act verabschiedet wurde, hatten die Schulen keine anderen Möglichkeit, als die beiden in höhere Schulstufen zu hieven. Während die Schulfreunde Brüche rechneten, hatten Ranjana und Devendra Probleme damit Buchstaben und Zahlen zu schreiben und wurden von den Lehrern an den öffentlichen Schulen einfach ignoriert. Obwohl sie es liebten bei der Nachmittagsbetreuung bei AIC mitzumachen und enthusiastisch an allen außerschulischen Aktivitäten teilnahmen, war klar, dass sie im indischen Schulsystem durch den Rost fallen würden.

Ranjana

Schon einige Jahre lang hatten wir bei AIC versucht, die Eltern der beiden davon zu überzeugen, sie in eine Sonderschule zu schicken, damit sie dort eine bessere Betreuung erleben könnten. Angst, Vorurteile und ein Unverständnis der Gemeinschaften waren hierbei leider immer im Weg und die Eltern wollten es uns nicht erlauben. Dieses Jahr allerdings beschloss unsere engagierte Freiwillige Rinku, dass sie die beiden in eine besondere Schule bringen würde, egal was es kostet. Nach unzähligen Stunden harter Arbeit, wo sie Schulen abklapperte, telefonierte, mit den Eltern von Ranjana und Devendra sprach, Dokumente besorgte, etc. wurden die Geschwister im Juni erfolgreich in die ‘Kamayani School for the Mentale Handicapped’ aufgenommen.

Devendra

Devendra

Seitdem sind die beiden regelrecht aufgeblüht. In den letzten Monaten haben sie Urkunden für Erfolge in Mathematik, Handschrift und Teilnahme im Unterricht bekommen und Devendra wurde sogar ein Artikel in einer lokalen Zeitung gewidmet!

Ihre Eltern, die anfangs so voller Angst waren, haben diese Transformation auch beobachtet und freuen sich sehr, dass sich ihre Kinder so gut an die neue Umgebung gewöhnt haben und jetzt die Betreuung bekommen, die sie verdienen. Dass sie in eine andere Schule gehen, bedeutet nicht, dass wir sie bei AIC nicht mehr treffen, worüber wir uns natürlich sehr freuen, und es sind wirklich ausnahmslos alle sehr sehr stolz auf sie!